Ben Zwiehoff bei der Valencia-Rundfahrt.
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Ben Zwiehoff: „Wenn das Team gewinnt, ist das wie ein eigener Sieg“

Bei der Valencia-Rundfahrt stellte sich Ben Zwiehoff einmal mehr kompromisslos in den Dienst seiner Kapitäne. Im Interview spricht er über seinen Auftritt in Spanien und seine Rolle als Helfer.
Von: RBH
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Ein starker Saisonauftakt braucht Fahrer, die Verantwortung übernehmen – auch jenseits der Schlagzeilen. Ben Zwiehoff gehörte bei der Valencia-Rundfahrt genau zu diesen Akteuren. Als Edelhelfer übernahm er vor allem in den Bergen oftmals die Tempoarbeit und sorgte dafür, dass Remco Evenepoel und Giulio Pellizzari die finalen Rennentscheidungen aus optimalen Positionen heraus starten konnten. Warum ihm diese Rolle mental genauso viel gibt wie ein eigener Erfolg, wie hart Rennen mit Favoritenstatus wirklich sind und mit welchen Erwartungen er zur UAE Tour reist, erzählt er im folgenden Interview.

Ben, wie würdest du deine Rolle bei der Valencia-Rundfahrt beschreiben?

Ben Zwiehoff: Wir wollten in Spanien viel Verantwortung übernehmen – das war von Beginn an unser Ziel. Dafür gab es einen guten Grund: Bei der ersten Rundfahrt mit Remco war es uns wichtig, zu zeigen, wie wir als Topteam auftreten können. Meine Aufgabe war es dabei , das Team durch die hügeligen Abschnitte zu führen, auf den steileren Anstiegen ein hartes Tempo anzuschlagen und das Feld zu verkleinern. So konnten wir alles dafür vorbereiten, dass Remco und auch Giulio ihre Attacken setzen konnten.

Wie habt ihr euch auf das Rennen vorbereitet?

Ben Zwiehoff: Auch wenn die Valencia-Rundfahrt kein WorldTour-Rennen ist, so ist der physische Aufwand in solchen Rennen extrem hoch. Da wir das Rennen bestimmen wollten, sind wir jeden Tag an der Spitze gefahren. Für mich als Helfer hat es sich daher ausgezahlt, davor ein Höhentrainingslager auf dem Teide absolviert zu haben und gleich mit sehr guter Form in diese wichtige erste Rundfahrt des Jahres zu starten.

Wenn du als Helfer im Rennen arbeitest, spiegelt sich das oft nicht in deinen persönlichen Ergebnissen wider. Wie gehst du damit um?

Ben Zwiehoff: Das stimmt. Aber offen gesagt macht es mich sogar zufriedener, so einen Gesamtsieg mit dem Team zu holen, als selbst vielleicht nur in den Top 10 oder Top 15 zu landen. Als guter Domestik musst du einfach in der Lage sein, dich genauso über die Leistung deiner Leader zu freuen wie über deine eigene.

Ben Zwiehoff, Remco und Giulio Pellizzari drücken am Berg aufs Tempo.

Ben Zwiehoff, Remco und Giulio Pellizzari drücken am Berg aufs Tempo.

© Getty Images

Wie wichtig ist dabei die Stimmung im Team für dich?

Ben Zwiehoff: Mental fällt es mir leicht, mich voll zu committen, wenn du ein Team von Leuten um dich hast, die so gut zusammenarbeiten und die Arbeit des jeweils anderen wirklich wertschätzen. Dann ist es immer einfacher, mental auf höchstem Niveau zu performen, weil ich am Ende diese Anerkennung spüre – nicht nur von Remco, sondern von der gesamten Gruppe, mit der wir in Valencia waren. Und das ist in meinen Augen ziemlich cool.

Was ist für dich die Definition eines perfekten Tages als Helfer?

Ben Zwiehoff: Ein guter Tag ist für mich, wenn ich meinen Leader genau dorthin bringen kann, wo er sein möchte – wenn er alles hat, um am Ende seinen Job zu erledigen. Und wenn dann noch ein starkes Ergebnis oder sogar ein Sieg herauskommt, ist es ein perfekter Tag.

Zurück zum aktuellen Renngeschehen: Wie geht es für dich jetzt weiter?

Ben Zwiehoff: Mein nächstes Ziel ist definitiv die UAE Tour – wieder gemeinsam mit Remco – und das schon nächste Woche. Ich habe jetzt ein paar Tage Zeit zu Hause, um meine Frau, meine Tochter und meine Familie ein paar Tage zu sehen, und dann heißt es schon wieder: Rennen in der Wüste.

Mit welchen Erwartungen reist du zur UAE Tour?

Ben Zwiehoff: Wir wollen auf jeden Fall das fortsetzen, was wir jetzt in Valencia begonnen haben, und dort denselben aktiven Rennstil auch bei einem WorldTour-Rennen zeigen. Darauf freue ich mich wirklich.

Ben Zwiehoff mit Jacques Horn, Soigneur bei Red Bull – BORA – hansgrohe

Ben Zwiehoff mit Jacques Horn, Soigneur bei Red Bull – BORA – hansgrohe

© Maximilian Frie

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Ben Zwiehoff

Ben Zwiehoff bringt als starker Bergfahrer und Teamplayer besonders in anspruchsvollen Etappen viel Tempohärte und Verlässlichkeit ins Rennen.

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