Emil Herzog bei der Valencia-Rundfahrt.
© Maximilian Fries / Red Bull Content Pool
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Valencia aus Herzog-Sicht: Viel Arbeit, viel Lohn

Ein arbeitsreicher Saisonauftakt ist für Emil Herzog beinahe noch mit einem Happy End zu Ende gegangen. Der 21-Jährige berichtet über seinen Eindrücke von der Valencia-Rundfahrt.
Von: RBH
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Die fünf Tage im Süden Spaniens, die vielleicht nicht ganz so sonnenreich wie gewohnt - dafür aber recht windig - über die Bühne gingen, hielten für Emil allerhand bereit. Neue Erfahrungen, um ein Haar der Etappensieg, aber vor allem auch reichlich Arbeit bedeuteten die ersten Rennkilometer des Jahres für den Youngster von Red Bull - BORA - hansgrohe.
Bei der Arbeit: Emil Herzog

Bei der Arbeit: Emil Herzog

© Maximilian Fries / Red Bull Content Pool

So fuhr Emil, selbst früherer Junioren-Weltmeister, erstmals mit Remco Evenepoel, der vier Regenbogentrikots bei der Elite auf sich vereint, im Team. Und er bekam zu spüren, was das bedeutet. "Wenn du so einen Champion im Team hast, bekommst du auch selbst automatisch mehr Respekt. Alle wissen, dass du für ihn arbeitest. Da fährt die keiner mehr einfach so vor die Karre. Es ist dadurch in gewisser Hinsicht einfacher."

Frühe Arbeit, später Lohn

Allerdings hat die Sache auch ihre Kehrseite. "Du bist dann aber auch das einzige Team, das die Nachführarbeit macht." Und in Valencia war es dann eben Emil, der die meisten Kilometer im Wind sammelte. "Ich war in der Regel der, der den Start und den ersten Teil des Rennens kontrollieren sollte." TV-Zeit gab es dafür kaum. "Ich war meistens schon fertig, als es dann Bilder gab."
Mit so einem Champion im Team fährt dir keiner mehr einfach so vor die Karre.
Deswegen entging den Kameras und damit dem Großteil der Öffentlichkeit auch, dass es in erster Linie Emil war, der in Vorbereitung von Remcos zweitem Tagessieg am vorletzten Berg der 4. Etappe das Feld so sehr auseinandernahm, dass der Belgier mithilfe seiner verbliebenen Helfer nur noch auf deutlich weniger Widerstand der Konkurrenz traf. Dafür gab es Sonderlob vom Team.
Emil Hezog in der Fluchtgruppe

Emil Hezog in der Fluchtgruppe

© Getty Images

Beim nächsten Mal mit mehr Geduld

Doch mindestens genauso gerne hätte Emil am Schlusstag der Rundfahrt den in greifbarer Nähe gewesenen Etappensieg mitgenommen. Da hatte ihn sein Job am Start in die Spitzengruppe des Tages gebracht. Die rettete sich, durchaus überraschend, ein paar Sekunden vor dem Feld ins Ziel. Emil sprintete dabei auf Rang zwei. "Was ich mir vorwerfe, ist, dass ich nicht lange genug gewartet habe. Wenn ich 50 Meter später losfahre, dann läuft es vielleicht anders." Es wäre Emils erster Profisieg gewesen.
Emil Herzog sprintet nach einem Tag in der Ausreißergruppe auf Rang zwei.

Emil Herzog sprintet nach einem Tag in der Ausreißergruppe auf Rang zwei.

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Dennoch zieht der Simmerberger insgesamt ein positives Fazit aus seinem Saisonauftakt. "Als Team haben wir alle unsere Ziele erreicht. Meine Form ist auch schon ganz gut. Ich freue mich auf die nächsten Einsätze." Nach ein paar Tagen zu Hause wird das zunächst die UAE Tour sein.

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Emil Herzog

Emil Herzog ist ein deutscher Straßenradprofi, der besonders durch seine Kletterstärke und sein Talent als Rundfahrer auf sich aufmerksam macht.

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