Lorenzo Finn hat die 62. Tour de l'Avenir gewonnen. Nachdem er bereits das Bergzeitfahren am Montag für sich entscheiden konnte, holte der 19-jährige Italiener aus den Reihen der Red Bull – BORA – hansgrohe Rookies auch den Sieg auf der finalen Bergankunft am Lago Serrù. Mit seinem Etappenerfolg auf dem siebten und finalen Tagesabschnitt untermauerte Finn seine Gesamtführung und gewann damit das Gelbe Trikot bei der Tour de France des U23-Radsports. Neben dem Gesamtsieg gewann Finn auch das Berg- und das Nachwuchstrikot.
Gemeinsam mit dem Giro Next Gen war die Tour de l’Avenir mein großes Ziel in diesem Jahr, und ich habe beides gewonnen. Das macht mich sehr stolz.
Die Tour de l'Avenir gilt als das wichtigste Etappenrennen in der U23-Kategorie – eine Siegerliste mit Fahrern wie Tadej Pogačar, Egan Bernal, Isaac del Toro und zuletzt Paul Seixas belegt das eindrucksvoll. In diesem Jahr öffnete die Rundfahrt ihre Türen erstmals für die Development-Teams der WorldTour-Mannschaften, die neben den Nationalauswahlen an den Start gingen. Und sie prägten das Rennen: Alle sieben Etappen gingen an Fahrer der Nachwuchsteams. Für Lorenzo Finn bedeutet der Erfolg zudem ein Stück Radsportgeschichte: Als erster Fahrer seit Gianbattista Baronchelli 1973 konnte er sowohl den Giro Next Gen – den Giro d’Italia der U23 – als auch die Tour de l’Avenir im selben Jahr gewinnen.
Auf der 130 Kilometer langen Schlussetappe von Strambino zur Bergankunft am Lago Serrù ließ Finn dabei keine Zweifel aufkommen. Nachdem er das Gelbe Trikot bereits mit seinem Sieg im Bergzeitfahren der fünften Etappe übernommen hatte, kontrollierten die Red Bull – BORA – hansgrohe Rookies den Renntag, bevor Finn zwei Kilometer vor dem Schlussstrich attackierte und das Ziel auf 2.275 Metern Höhe 27 Sekunden vor Niels Driesen (Belgien, Lotto – Groupe Wanty) und Mateo Ramírez (Ecuador, UAE Team Emirates Gen Z) erreichte. In der Gesamtwertung setzte sich Finn mit 2:34 Minuten Vorsprung auf Driesen und 3:42 Minuten auf Matteo Vanhuffel (Belgien, Development Team Picnic PostNL) durch. Es ist bereits Finns elfter Saisonsieg und der 18. Erfolg für die Rookies.
„Besser hätte ich diese Tour de l'Avenir nicht beenden können. Ich bin dem Team sehr dankbar. Wir sind heute voll auf Etappensieg gefahren. Der Schlussanstieg war sehr hart und ich bin super happy, dass ich es vollenden konnte. Dass das Rennen in Italien zu Ende gegangen ist, macht es noch schöner – auf dem letzten Anstieg und den ganzen Tag über haben mich unglaublich viele Menschen angefeuert. Gemeinsam mit dem Giro Next Gen war die Tour de l’Avenir mein großes Ziel in diesem Jahr, und ich habe beides gewonnen. Das macht mich sehr stolz“, sagte Finn im Ziel.
Nicht nur für Lorenzo, sondern auch für uns als Team ist das ein ganz besonderer Erfolg und ich bin sehr stolz auf die ganze Mannschaft.
Pello Olaberria, der Sportliche Leiter vor Ort, hob die geschlossene Teamleistung hervor: „Es ist immer etwas Besonderes, im Gelben Trikot zu gewinnen. Genau das war der Plan – und das Team hat ihn heute perfekt umgesetzt. Michiel Mouris und Davide Donati haben die Etappe von Beginn an kontrolliert und die Fluchtgruppe des Tages nie weit wegkommen lassen. Danach haben Noah Lindholm Møller Andersen und Paul Fietzke bis in den Schlussanstieg übernommen. Sie haben einen unglaublichen Job gemacht und Lorenzo hat es dann vollendet. Nicht nur für ihn, sondern auch für uns als Team ist das ein ganz besonderer Erfolg und ich bin sehr stolz auf die ganze Mannschaft.“