Das Gelbe Trikot hat im Radsport eine besondere Bedeutung – vor allem in Frankreich. Das gilt auch für die Tour de l'Avenir – dem wichtigsten Etappenrennen im U23-Bereich. Seit Montag trägt Lorenzo Finn genau jenes berühme Gelbe Trikot: Der 19-jährige Italiener der Red Bull – BORA – hansgrohe Rookies gewann in überzeugender Manier das Bergzeitfahren nach Flaine und übernahm die Gesamtführung. Zwei Etappen vor dem Ende der Tour de l'Avenir hat Finn damit einen entscheidenden Schritt in Richtung Gesamtsieg gemacht.
Auf der 11,4 Kilometer langen Bergprüfung von Les Carroz hinauf nach Flaine, die über die Rampen des Col de la Pierre Carrée mit durchschnittlich 6,4 Prozent Steigung führte, verwies der Italiener (25:47 Minuten) Ugo Fabries (Frankreich, UAE Team Emirates Gen Z) um 34 Sekunden auf Rang zwei. Dritter wurde der bisherige Gesamtführende Niels Driesen (Belgien, Lotto – Groupe Wanty) mit 58 Sekunden Rückstand. Vor den letzten beiden Etappen liegt Finn nun 58 Sekunden vor Driesen und 1:36 Minuten vor Kasper Haugland (Norwegen, Decathlon CMA CGM Development Team). Für Lorenzo Finn ist es bereits der neunte Saisonsieg, für die Rookies der 16. Erfolg des Jahres.
Ich bin überglücklich über meinen ersten Etappensieg hier. Die Tour de l’Avenir ist ein sehr wichtiges Rennen für mich und für das Team.
„Ich bin überglücklich über meinen ersten Etappensieg hier. Die Tour de l’Avenir ist ein sehr wichtiges Rennen für mich und für das Team. Wir hatten in den letzten Tagen einiges an Pech, umso schöner ist es, jetzt den Sieg und das Gelbe Trikot zu holen. Der Anstieg war richtig hart, dazu kam die Höhe. Aber ich habe mir die Kräfte gut eingeteilt und mich gut gefühlt. Es stehen noch zwei große Tage an – wir müssen also konzentriert bleiben“, sagte Finn im Ziel.
Lorenzo war heute richtig schnell – noch einmal schneller, als wir erwartet hatten. Der Anstieg kam ihm sehr entgegen und er hat sich die Kräfte perfekt eingeteilt.
„Lorenzo war heute richtig schnell – noch einmal schneller, als wir erwartet hatten. Der Anstieg kam ihm sehr entgegen und er hat sich die Kräfte perfekt eingeteilt. Jetzt haben wir einen ordentlichen Vorsprung, der nächste Fahrer in der Gesamtwertung liegt bei knapp einer Minute. Für die kommenden Tage heißt das, dass wir uns voll auf die Verteidigung des Gelben Trikots konzentrieren werden”, sagte der Sportliche Leiter Pello Olaberria.
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht: Am Dienstag steht die Königsetappe über rund 149 Kilometer und 5000 Höhenmeter und einer Bergankunft auf dem berühmten Col de l'Iseran an. Die Tour de l’Avenir endet am Mittwoch mit einer weiteren Bergankunft am Lago Serro.