Als sich das Feld am ersten Renntag der Czech Tour nach 163,2 Kilometern von Prag ins westböhmische Karlovy Vary auf die letzten Meter zubewegte, schien eigentlich klar, dass die etablierten Profis aus der WorldTour den Sieg unter sich ausmachen würden. Doch zeitgleich mit Riley Sheehan vom NSN Cycling Team und Ben Turner von Netcompany INEOS fuhr auf Rang drei ein Fahrer nach vorn, den dort kaum jemand auf der Rechnung hatte: Romet Pajur (21 Jahre, Estland) im Trikot der Red Bull – BORA – hansgrohe Rookies.
Wir sind ohne Druck angereist – mit dem Ziel, von den WorldTour- und ProTeams zu lernen.
Dass dieser dritte Platz kein Zufallsprodukt war, sollte sich im Laufe der Woche noch mehrfach bestätigen. Zwar ist die Czech Tour als UCI-2.Pro-Rundfahrt eine Rundfahrt, bei der in diesem Jahr drei WorldTeams und zehn ProTeams am Start standen. Doch die Rookies gehörten zu den wenigen U23-Mannschaften im Feld, die mit den angesammelten Berufsradfahrern auf Augenhöhe fuhren. „Wir sind ohne Druck angereist – mit dem Ziel, von den WorldTour- und ProTeams zu lernen“, sagt Sportlicher Leiter Pello Olaberria. „Dabei sind wir ohne Angst gefahren, haben das Rennen angenommen und waren immer vorn. Zufriedener kann man nicht sein“, zog er ein zufriedenes Fazit.
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Drei Bergankünfte in Folge
In der Tat: Was am ersten Tag der Sprinter Pajur andeutete, übernahmen ab der zweiten Etappe die Kletterer. Denn die drei folgenden Tage endeten allesamt bergauf – zuletzt auf der Königsetappe über 160,2 Kilometer von Kroměříž hinauf nach Pustevny. Ein Profil, wie geschaffen für den erst 21-jährigen Max Bock, der an allen drei Bergankünften sein Talent unter Beweis stellte, dreimal in Folge in die Top Ten fuhr und sich Tag für Tag in der Gesamtwertung nach vorn arbeitete. Am Ende stand Platz sechs für den jungen Deutschen zu Buche – sein bisher stärkstes Ergebnis in dieser Saison.
Über den sechsten Platz im Gesamtklassement freue ich mich sehr. Der ist wirklich dem gesamten Team zu verdanken.
„Das Profil der Rundfahrt kam mir sehr entgegen, da die letzten drei Etappen mit einer Bergankunft endeten“, sagte Bock nach der Zielankunft der letzten Etappe. „Über den sechsten Platz im Gesamtklassement freue ich mich sehr. Der ist wirklich dem gesamten Team zu verdanken“, fuhr er fort und verwies damit auf die geschlossene Mannschaftsleistung der Rookies bei der tschechischen Rundfahrt: „Die Jungs waren im entscheidenden Rennmoment voll da und haben mich optimal in den Anstieg hinein positioniert, sodass ich mit den Favoriten mithalten konnte“, so Bock.
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Nächste Station: Tour de l'Avenir
Viel Zeit, das Erreichte zu feiern, bleibt den Rookies allerdings nicht. Vom 20. bis 26. August steht mit der Tour de l'Avenir das größte Etappenrennen des U23-Kalenders an – die „Tour de France der Nachwuchsfahrer“, auf deren Siegerliste sich zahlreiche spätere Grand-Tour-Gewinner finden. Die Anforderungen dort sind andere als in Tschechien, weil mehr Höhenmeter und mehr Distanz zu bewältigen sind und ausschließlich Fahrer der eigenen Altersklasse am Start stehen.
Was die Mannschaft aus Tschechien mitnimmt, lässt sich trotzdem übertragen – und dieser „Aha-Effekt“ begann bereits an jenem ersten Nachmittag in Karlovy Vary: Wer als U23-Team im Sprint gegen WorldTour-Profis aufs Podium fährt und die Rundfahrt eine Woche später als Gesamtsechster beendet, hat den Nachweis erbracht, dass er sich im Feld der Großen nicht verstecken muss.
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