Zeitfahr-Weltmeister Remco Evenepoel
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Chasing History: Auf der Jagd nach dem WM-Titel für die Einzigartigkeit

Remco Evenepoel kämpft um seinen vierten WM-Titel im Zeitfahren in Serie und damit ein Novum in der Geschichte des Radsports.
Von: RBH
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Geschichte schreiben. Das ist das, was Remco Evenepoel antreibt. Zum Auftakt der Straßen-Weltmeisterschaften in Montréal bekommt der Belgier einmal mehr die Chance dazu. Wenn am Eröffnungstag der WM (20. September) das Zeitfahren der männlichen Elite auf dem Programm steht, will Remco seinen Titel verteidigen. Einmal mehr.
2023, 2024, 2025 - drei Titel gegen die Uhr hat der 26-Jährige bereits gewonnen. In der noch relativ jungen Geschichte der Zeitfahrwettbewerbe bei Weltmeisterschaften, die erst 1994 begann, haben in Michael Rogers und Tony Martin noch zwei weitere Profis drei Mal in Folge den Titel geholt. Martin und Fabian Cancellara sind insgesamt vier Mal Weltmeister geworden. Doch vier Siege in Folge hat noch keiner geschafft.
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Ich kann der Erste werden. Das macht die Sache für mich sehr aufregend.
"Ich kann der Erste werden", weiß Remco. "Das macht die Sache für mich sehr aufregend." Drei Einzelzeitfahren hat er in diesem Jahr bestritten, alle gewonnen. Saisonübergreifend steht er bei fünf Siegen in Serie. Die Favoritenrolle hat er damit unweigerlich inne. Und Remco nimmt sie an. "Zusätzlichen Druck verspüre ich dadurch nicht. Meine Performance wird darunter nicht leiden", kündigt er an. "Den meisten Druck mache ich mir ohnehin selbst."
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Mitten im Fluss und über die F1-Piste: Die spektakuläre Strecke des Zeitfahrens

In Montréal warten 39,2 Kilometer auf die Zeitfahrer in der Elite-Kategorie. Seit Remco Zeitfahr-Weltmeister ist, war der Kurs nie kürzer. Auch die 220 Höhenmeter sind weniger als in der jüngeren Vergangenheit. Der Großteil davon wartet erst im Finale. Die Strecke beginnt am Osthang von Montréals Hausberg Mont Royal, der zentral im Stadtgebiet liegt. Die ersten Kilometer sind leicht abschüssig und führen zum Sankt-Lorenz-Strom, dem die Strecke zunächst flussaufwärts folgt.
Das Profil der WM-Zeitfahrstrecke der Elite in Kanada 2026

Das Profil der WM-Zeitfahrstrecke der Elite in Kanada 2026

© UCI

Dann überquert sie den Fluss auf einer Estakade, einer Art schmalem Damm, der einst gebaut wurde, um den Eisgang auf dem Gewässer zu kontrollieren. Auch in der Folge bleibt die Streckenführung spektakulär. Denn nun folgt der Kurs einem weiteren Damm, auf dem ein Radweg mitten im Wasser in Fließrichtung befahren wird. Sechs Kilometer geradeaus. Bis zur Île Notre-Dame.
Auf der ursprünglich für die Weltausstellung 1967 künstlich aufgeschütteten Insel liegt die Formel-1-Strecke von Montréal, der Circuit Gilles-Villeneuve. Auf dem drehen die Fahrer eine komplette Runde - dass Remco zuletzt auf dem Red Bull Ring im österreichischen Spielberg trainierte, kommt also nicht von ungefähr. Über eine Brücke geht es dann wieder aufs Festland, durch den Hafen und schließlich zurück zum Ausgangspunkt, in dessen Verlängerung die Avenue du Parc angesteuert wird.
Fast cornering

Fast cornering

© Joerg Mitter / Red Bull Content Pool

Dort endete auch der Grand Prix de Cycliste de Montréal. Und auch die Straßenrennen dieser WM werden es tun. Die letzten 400 Meter kommen dabei mit rund sechs Prozent Steigung im Schnitt daher und sind der einzig nennenswerte Anstieg einer Strecke, die ansonsten mit vielen langen Geraden daherkommt, aber auch ein paar Schikanen bietet und daher mitunter auch technisch anspruchsvolle Passagen bereithält.
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"Nur du selbst" - der besondere Reiz im Zeitfahren

Remco wird gut vorbereitet in das Rennen gehen. "Mein voller Fokus wird zunächst auf dem Zeitfahren liegen", sagt er. Danach folgen zwei Tage Pause, bevor sich seine Konzentration dem Straßenrennen widmet. Auch dort lässt sich das Potenzial für Historisches wittern. Denn noch nie waren die WM-Titel im Zeitfahren und im Straßenrennen in einer Hand. Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris gelang ihm bereits ein vergleichbares Kunststück. Aber eins nach dem anderen.
Remco Evenepoel zieht Selbstvertrauen aus seinen bisherigen WM-Titeln.

Remco Evenepoel zieht Selbstvertrauen aus seinen bisherigen WM-Titeln.

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"Den Großteil meines Selbstvertrauens ziehe ich aus meiner Vorbereitung. Wenn da alles gut läuft, ist meine Motivation höher. Und wenn es dann bei einem Event in der Vergangenheit schon mal gut lief, dann gibt mir das nochmal fünf Prozent extra", sagt Remco. Drei Titel in Serie dürften dafür ausreichen.
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Eine Stunde nur du selbst und niemand anders - das ist für mich der besondere Reiz im Zeitfahren.
Gerade im Kampf gegen die Uhr. "Denn da hat man, abgesehen vielleicht von Pech mit Defekten, alles selbst in der Hand. Eine Stunde nur du selbst und niemand anders - das ist für mich der besondere Reiz im Zeitfahren."
Aus den Reihen des 30-köpfigen WM-Aufgebots von Red Bull - BORA - hansgrohe in Kanada gehen auch Callum Thornley, Jan Tratnik und Aleksandr Vlasov im Elite-Zeitfahren an den Start. In der Vergangenheit lief es im Kampf um das Regenbogentrikot für Fahrer aus dem Team zumindest im Elite-Wettbewerb selten gut. Der Tscheche Jan Bárta ist der Einzige, der es in die Top 10 geschafft - 2012 als Siebenter, zwei jahre später nochmal als Neunter. Das soll sich nun endlich ändern.

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Remco Evenepoel

Remco Evenepoel ist Weltmeister, Olympiasieger und Grand-Tour-Sieger – ein Ausnahmeathlet, der Rennen prägt, Siege erzwingt und das Peloton immer wieder beeindruckt.

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