Operation, Ruhe, Reha, Neuaufbau der Form. So sahen die vergangenen Wochen von Florian Lipowitz aus. Gemeinsam mit dem Performance Team von Red Bull – BORA – hansgrohe entschied er sich dabei für eine ambitionierte Option: Gelingt es trotz der Verletzung, den ursprünglich geplanten Rennkalender für die zweite Saisonhälfte aufrechtzuerhalten?
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Ein ambitionierter Zeitplan
In diesem Plan stand nach der Tour de France der 9. September als erster Renneinsatz: Der Giro della Toscana sollte die zweite Saisonhälfte einläuten. Trotz des Sturzes und der anschließenden Operation blieb dieses Datum deshalb früh ein Orientierungspunkt – allerdings ohne das Comeback um jeden Preis erzwingen zu wollen.
Nach einer zehntägigen Ruhephase begann Florian Anfang August im Red Bull Athletic Performance Center (APC) seine Reha. Neben der gezielten Nachbehandlung der Schlüsselbeinverletzung standen dort schon bald die ersten längeren Einheiten auf der Rolle auf dem Programm.
„Die ersten Tage nach der Operation ging es für mich vor allem darum, die nötige Ruhe zu haben. Als ich dann wieder mit dem Training beginnen konnte, war das ein wichtiger Schritt. Natürlich merkt man nach so einer Pause, dass noch einiges fehlt. Aber von Einheit zu Einheit ging es vorwärts“, blickt Florian Lipowitz auf diese Zeit zurück.
Bei Florian haben wir früh gesehen, dass wir gute Fortschritte machen.
Es wuchs die Zuversicht, dass in den folgenden Wochen die Nachbehandlung seiner Schlüsselbeinverletzung und der Back-to-Training-Ansatz Hand in Hand laufen können. Belastung und Trainingsumfang wurden dabei schrittweise gesteigert und kontinuierlich mit dem Heilungsverlauf abgeglichen.
„Bei einer Rückkehr nach einer Verletzung geht es nicht darum, möglichst schnell wieder das alte Trainingspensum zu erreichen. Wir müssen Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit parallel entwickeln. Bei Florian haben wir früh gesehen, dass wir gute Fortschritte machen und den ursprünglich geplanten Wiedereinstieg zumindest als realistisches Ziel verfolgen können. Entscheidend ist aber, dass wir jeden Schritt anhand seiner Reaktion auf die Belastung bewerten – und nicht anhand eines Datums im Kalender“, sagt John Wakefield, Director of Coaching bei Red Bull – BORA – hansgrohe.
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Von Back-to-Training zu Back-to-Racing
Mit einem strukturierten Trainingsplan wird nun auf den 9. September hingearbeitet. Gleichzeitig bleiben die Erwartungen bewusst im Rahmen, um nichts zu übereilen.
Die Kombination aus einem Eintagesrennen und den ersten Rennkilometern nach einer langen Pause verfolgt vor allem ein Ziel: ein Leistungstest.
Training liefert wichtige Daten über die Entwicklung der Form. Wie der Körper jedoch auf Renntempo, Positionskämpfe, wechselnde Belastungen und mehrere intensive Rennstunden reagiert, lässt sich erst im Wettkampf vollständig beurteilen.
Das Comeback beim Giro della Toscana ist deshalb weniger als Ergebnisziel gedacht, sondern als Standortbestimmung für die verbleibenden Wochen der Saison.
„Ich freue mich vor allem darauf, wieder eine Startnummer anzuziehen und Rennen zu fahren. Nach sieben Wochen ohne Wettkampf kann ich noch nicht genau wissen, wo ich stehe. Genau das wollen wir herausfinden. Für mich geht es bei diesen ersten Rennen nicht um ein Ergebnis. Ich möchte sehen, wie mein Körper auf die Rennbelastung reagiert, wieder in den Rhythmus kommen und dann gemeinsam mit dem Team entscheiden, was in dieser Saison noch möglich ist“, sagt Florian Lipowitz.
Um diesen ersten Eindruck aus dem Giro della Toscana zu überprüfen und weitere Rennbelastung zu sammeln, stehen direkt im Anschluss weitere italienische Eintagesrennen als Optionen im Kalender:
Datum
Rennen
9. September
Giro della Toscana
10. September
Coppa Sabatini
12. September
Memorial Marco Pantani
13. September
Trofeo Matteotti
Welche dieser Rennen tatsächlich gefahren werden, wird kurzfristig mit den Erkenntnissen aus den jeweiligen Renntagen entschieden.
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Wie geht es weiter?
Direkt nach diesem italienischen Rennblock werden Florian Lipowitz und das Performance Team gemeinsam entscheiden, wie sein Programm bis zum Saisonende aussehen wird. Dabei geht es nicht nur um die Frage, welche Rennen sportlich sinnvoll sind, sondern auch darum, welche Ziele nach der verletzungsbedingten Pause realistisch bleiben.
Wenn die Form passt, würde ich sehr gerne zur WM fahren – aber da mache ich mir jetzt gar kein Druck.
Das schließt auch eine Entscheidung über eine mögliche Teilnahme am WM-Straßenrennen am 27. September ein.
„Natürlich ist die WM ein Rennen, das mich reizt. Aber für mich ist auch klar: Wenn die Form nicht stimmt, möchte ich keinem anderen Fahrer einen Startplatz wegnehmen. Wir haben viele starke deutsche Fahrer, denen der Kurs in Montreal liegt. Deshalb will ich die ersten Rennen abwarten und ehrlich schauen, wo ich stehe. Wenn die Form passt, würde ich sehr gerne zur WM fahren – aber da mache ich mir jetzt gar kein Druck“, sagt Florian Lipowitz.