Giulio Pellizzari bei der Tour of the Alps
© Werner Müller-Schell
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Giulio Pellizzari: „Ich wollte für das Team gewinnen“

Giulio Pellizzari hat die Tour of the Alps gewonnen. Wir sprachen mit dem 22-Jährigen über seine Performance in den Alpen und den bevorstehenden Giro d’Italia.
Von: RBH
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Giulio, du hast die Tour of the Alps gewonnen. Was bedeutet dir dieser Sieg?

Giulio Pellizzari: Die Tour of the Alps habe nicht ich gewonnen, sondern es ist ein Sieg von Red Bull – BORA – hansgrohe. Die Jungs haben in den letzten Tagen einfach einen unglaublichen Job gemacht, dementsprechend wollte ich dieses Vertrauen zurückgeben.

Vor der Schlussetappe hast du gesagt, dass dieses Rennen nicht über Bonussekunden entschieden wird, sondern über Abstände. Genauso ist es gekommen. Wann hast du gespürt, dass du gewinnen kannst?

Giulio Pellizzari: Unser Plan war klar: das Rennen hart machen und den Unterschied in den Bergen machen. Als ich meine Chance gesehen habe, bin ich gegangen. Als ich attackiert habe und sofort eine Lücke aufging, dachte ich: Jetzt oder nie. Die anderen konnten den Abstand zunächst bei zehn, 15 Sekunden halten. Da wusste ich, dass ich alles geben muss.

Giulio Pellizzari gewinnt die fünfte Etappe der Tour of the Alps 2026.

Giulio Pellizzari gewinnt die fünfte Etappe der Tour of the Alps 2026.

© Werner Müller-Schell

Wie hast du die entscheidende Phase am letzten Anstieg erlebt?

Giulio Pellizzari: Der erste Anstieg wurde schon sehr hart gefahren. Jayco und später auch Ineos haben viel Druck gemacht, aber eigentlich war das gut für mich. Denn ich wusste, dass wir auf dem ersten Anstieg hart fahren mussten, um auf dem zweiten finalen Anstieg den Unterschied machen zu können. Dort hat Giovanni Aleotti dann einen fantastischen Job gemacht. Als er mich lanciert hat, habe ich voll bis oben durchgezogen.

Auf der Abfahrt bist du danach weiter volles Risiko gegangen. War das geplant?

Giulio Pellizzari: Ich wollte vor allem auf dem Flachstück oben nach dem Anstieg den Abstand vergrößern. Aber ich habe auch bergab maximal gedrückt, weil ich diesen Sieg unbedingt wollte. Vielleicht bin ich in ein paar Kurven etwas zu viel Risiko gegangen, einige habe ich auch nicht perfekt getroffen. Aber ich wusste, dass ich bis zur Ziellinie weiterfahren musste.

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Ich hatte während der ganzen Tour of the Alps sehr viel Unterstützung gespürt. Das hat mir zusätzliche Motivation gegeben.

Die letzten zwei Kilometer konntest du dann genießen. Was ging dir durch den Kopf?

Giulio Pellizzari: Da habe ich den Sieg wirklich genossen. Es war ein besonderer Moment. Ich hatte während der ganzen Tour of the Alps sehr viel Unterstützung gespürt, besonders in Trentino, wo meine Freundin lebt und viele Menschen mich kennen. Das hat mir zusätzliche Motivation gegeben.

Du bist mit dem Ziel zur Tour of the Alps gekommen, dich für den Giro zu testen. Was hat dir dieses Rennen gegeben?

Giulio Pellizzari: Wir kamen mit der Mannschaft hierher, um auf langen Anstiegen zu trainieren und zu verstehen, was mir für den Giro d’Italia noch fehlt. Am Anfang der Rundfahrt hatte ich noch nicht diese volle Sicherheit. Aber Tag für Tag wurde es besser. Dieser Sieg gibt mir und uns als Team nun viel Selbstbewusstsein mit Blick auf den Giro. Wir haben gezeigt, dass wir eine starke Mannschaft sind und bereit sein können, dort gut zu fahren.

Giulio Pellizzari gewinnt die zweite Etappe der Tour of the Alps 2026.

Giulio Pellizzari gewinnt die zweite Etappe der Tour of the Alps 2026.

© Werner Müller-Schell

Du hast bei der Tour of the Alps drei Tage lang das Leadertrikot verteidigt. Was hast du dabei über dich gelernt?

Giulio Pellizzari: Es ist ein großer Unterschied, ob man als Helfer in ein Rennen geht oder als Leader. Im vergangenen Jahr war ich meistens Helfer. Da startest du und denkst: Ich hoffe, ich kann heute gut performen. Dieses Mal hatte ich keine Wahl. Ich musste performen. Wenn ein Team so aufopferungsvoll für dich arbeitet, willst du nicht einfach sagen: Ich habe heute keine Beine. Du willst alles geben.

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Sowohl die Fahrer als auch der Staff geben sehr wirklich viel für mich. Deshalb wollte ich auch für sie gewinnen.

Hat dich diese Verantwortung verändert?

Giulio Pellizzari: Ich beginne zu verstehen, was es bedeutet, Leader zu sein. Es ist beeindruckend zu sehen, was die Mannschaft für mich macht. Sowohl die Fahrer als auch der Staff geben sehr wirklich viel für mich. Deshalb wollte ich auch für sie gewinnen, weil sie während der ganzen Woche unglaubliche Arbeit geleistet haben.

Was passiert jetzt bis zum Giro-Start?

Giulio Pellizzari: Jetzt ruhe ich mich kurz aus. Danach bleibe ich noch ein paar Tage in Südtirol und trainiere dort gemeinsam mit Gianni Moscon in der Höhe. Im Anschluss geht es direkt weiter nach Bulgarien zur Grande Partenza.

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Giulio Pellizzari

Giulio Pellizzari attackiert gern und klettert mit Leichtigkeit – ein spannendes Talent aus Italien.

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