Die erste Bergankunft bei Paris-Nizza versprach schon vor den ersten Hügeln des Tages spektakulär zu werden. Bei Kälte, Regen und Seitenwind hatte sich schon wenige Kilometer nach dem Start auf der Kante eine 40-köpfige Gruppe gebildet, in der sechs Fahrer von Red Bull - BORA - hansgrohe vertreten waren.
Fortan war das Team geschlossen an der Spitze des Feldes zu sehen. Und das sollte sich vor allem in dem Moment auszahlen, als es rund 50 Kilometer vor dem Ziel zu einer Serie von Stürzen kam, die die Kopfgruppe völlig auseinanderreißen sollte.
Vereint an der Spitze des Rennens im Regen der 4. Etappe von Paris-Nizza
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Daraus resultierend waren Dani, Nico Denz, Callum Thornley sowie Tim und Mick van Dijke allein mit Jonas Vingegaard an der Spitze verblieben. Nach und nach opferte sich das Team auf, um für Dani auf die Verfolger den größtmöglichen Vorsprung herauszuholen. Im finalen Tagesklassement stand so die Plätze zwei für Dani, drei für Tim und vier für Mick - dass es gegen Vingegaard nicht zum Sieg reichte, fiel dabei nicht sonderlich ins Gewicht.
Geschlossen im Wind
"Ich bin wirklich unglaublich stolz auf das Team heute, sie haben so einen fantastischen Job gemacht. Wirklich unglaublich", sagte Dani, nachdem er im Ziel alles aus sich herausgeholt hatte und nun mit 52 Sekunden Rückstand Zweiter der Gesamtwertung ist. Vorsprung auf die weitere Konkurrenz: zweieinhalb Minuten.
Tim van Dijke führt das Feld durch den Wind und glänzt im Finale
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"Das ist Paris-Nizza!", sagte Tim nach seinem Rennen. Und meinte damit nicht nur das Wetter, sondern auch den harten Kampf auf der Etappe. "Wir waren den ganzen Tag vorne in der Gruppe und haben kontrolliert. Und dann sind wir so tief gegangen wie möglich, um den Abstand für die Gesamtwertung so groß wie möglich zu machen. Das war sehr schmerzhaft, aber auch genauso wichtig. Ich glaube, das war perfektes Teamwork."
Ich glaube, das war perfektes Teamwork.
Auch der Sportliche Leiter Sven Vanthourenhout kam nicht umhin, die gezeigte Teamleistung ausgiebig zu würdigen. "Das Team hat eine wirklich sehr, sehr gute Leistung gezeigt. Sie haben alles getan, was sie tun mussten. Wir sind wirklich sehr stolz", sagte er und wies gleichzeitig daraufhin, dass das in gewisser Weise auch die geplante Marschroute für den Tag war.
Teamzeitfahren zahlt ebenfalls auf gutes GC-Ergebnis ein
"Wir haben heute einen harten Kampf erwartet, und ja, wir haben einen geliefert. Das war auch das, was wir heute Morgen im Bus besprochen hatten: 'Zögert nicht. Geht schon früh in die Offensive.' Wir wussten, dass es ein harter Tag werden würde. Es war kalt und regnerisch. Am Ende haben wir zwar nicht gewonnen, aber wir sind mit dem Ergebnis zufrieden, genau wie mit der Gesamtwertung. Wir können also auf einen wirklich sehr guten Tag zurückblicken."
Red Bull - BORA - hansgrohe im Mannschaftszeitfahren von Paris-Nizza
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Basis für das gute Zwischenergebnis im Klassement für Dani war tags zuvor bereits das Mannschaftszeitfahren, das Red Bull - BORA - hansgrohe auf Rang fünf beendet hatte. Im Tour-de-France-Modus, bei dem die Zeit nach dem erster Fahrer eines Teams genommen wird, stoppte Dani die Zeit nach genau 27 Minuten für 23,5 Kilometer, nachdem auch hier seine Kollegen bereits aufopferungsvoll für ihren Kapitän gefahren waren.
In die bislang gute Bilanz von Paris-Nizza 2026 fließt zudem der zweite Platz von Laurence Pithie auf der 2. Etappe ein, als der Neuseeländer das Gros der Sprinter hinter sich lassen konnte.