Im vorletzten Anstieg der 6. Etappe durch Spaniens Nordosten spannte sich Red Bull - BORA - hansgrohe vor die verbliebene Favoritengruppe. Rund 30 Kilometer der insgesamt 158 waren da noch zu fahren. Erst erhöhte Florian mit einer ersten Tempoverschärfung den Druck, dann spannte sich Remco über die Kuppe vor die Gruppe.
Vor allem in der Abfahrt drückte der Doppel-Olympiasieger so sehr aufs Gas, dass einige Konkurrenten in der Gesamtwertung den Anschluss verloren, allen voran Felix Gall, zum Zeitpunkt noch Zweiter im Klassement. Im überbückenden Flachstück zum Schlussanstieg hielt Remco das Tempo im Wind hoch, ehe er dort ebenfalls noch Führungsarbeit verrichtete, bevor ihm die Körner ausgingen.
Remco bläst in der Abfahrt zur Attacke
"Wir wussten, dass zur Rennmitte ein super steiler Anstieg kommen würde. An dem Punkt habe ich mich gar nicht super gut gefühlt. Der Plan war eigentlich, am zweitletzten Berg eine Attacke zu fahren. Nach dem steilen Berg war ich aber nicht sonderlich zuversichtlich", schilderte Remco die Situation zuvor. "Wir haben ein extrem hohes Tempo angeschlagen, um das Rennen für Lipo schwer zu machen und wir wussten, dass die Abfahrt sehr technisch sein würde. Deshalb habe ich bergab dann Vollgas gegeben mit Lipo an meinem Hinterrad. Die Gruppe ist da komplett auseinandergefallen und ich bin bis zur Ziellinie Vollgas gefahren, weil ich Lipo helfen wollte, aufs Podium zu kommen."
Ich wollte Lipo helfen, aufs Podium zu kommen.
Der Plan ging auf. Florian kam als Tagesdritter zehn Sekunden hinter Jonas Vingegaard und zeitgleich mit Lenny Martinez ins Ziel. So sieht auch der Zwischenstand in der Gesamtwertung vor der letzten Etappe aus, von Martinez trennen Florian nur acht Sekunden.
"Remco hat einen fantastischen Job gemacht. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll", zeigte sich Florian dankbar für die große Unterstützung. "Wir sind die Abfahrt enorm schnell runtergefahren und haben gesehen, dass wir auf Skjelmose und Gall eine ziemlich große Lücke hatten. Dann ist Remco von vorn gefahren und hat mir einen Riesendienst erwiesen.”
Finale in Barcelona nochmal als Chance für den Etappensieg
Doch auch Remco selbst konnte sich mit seinem Einsatz weiter verbessern. Platz fünf im Etappenergebnis spiegelt sich so auch im Klassement wieder. "Am Ende habe ich dann noch mein GC für diese Woche ein bisschen gerettet. Morgen kommt noch ein Tag und wir werden wieder versuchen, einen Etappensieg zu holen", sagte Remco.
Florian Lipowitz erreicht das Ziel in Queralt als Dritter.
© Maximilian Fries / Red Bull Content Pool
Und auch Florian blickt optimistisch dem Finale in Barcelona entgegen. ”Es geht mir von Tag zu Tag besser. Morgen haben wir noch einen richtig schwierigen Tag. Ich hoffe, dass meine Beine so gut bleiben, dann können wir auch die Etappe gut bewältigen.“
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